Broschüre: „Tod am Anfang des Lebens: Jahrbuch 8“

Verwaiste Eltern e.V.

Jahrbuch Nr. 8 mit dem Schwerpunkt: „Tod am Anfang des Lebens“ Über 100 Aufsätze, Dokumentationen, Trauer- und Lebensgeschichten und Gedichte zum Thema „Frühtod“ auf 230 Seiten im Format 24cm x 21cm mit vielen Abbildungen s/w

Jahrbuch Nr. 8 mit dem Schwerpunkt: „Tod am Anfang des Lebens“

Aus dem Vorwort von Mechthild Voss-Eiser:

„Der Tod am Anfang des Lebens“ führt ein Schattendasein im Ansehen unserer Gesellschaft. Wenn vom Tod eines Kindes die Rede ist, gilt die Aufmerksamkeit und das Mitgefühl meist jenen Eltern, die ihr Kind durch Krankheit oder durch einen Unfall verloren haben.

Von den rund 4.500 Kindern, die jedes Jahr in der Bundesrepublik während der ersten Wochen oder in den ersten Stunden nach der Geburt sterben, von den rund 2.500 Kindern, die tot zur Welt kommen, von den schätzungsweise 450.000 Frauen, die eine Fehlgeburt erleiden, spricht kaum jemand.

Der Tod im Mutterleib und das Sterben nach den ersten Atemzügen werden meist totgeschwiegen, als Fehlleistung der Natur abgetan, auf ein Missgeschick reduziert, das jederzeit durch eine neue Schwangerschaft wieder wettgemacht werden kann. Dass Frauen Föten, Embryos und Totgeborene genauso betrauern wie andere Kinder auch, wird nicht wahrgenommen.

Die moderne, fortschrittliche medizinische Versorgung in Deutschlands Geburtskliniken steht oft in krassem Widerspruch zur seelischen Begleitung, die Eltern von fehl-, früh- oder totgeborenen Kindern erfahren (bzw. nicht erfahren). Die Entbindung des Todes ist für viele Ärzte und Hebammen eine narzisstische Kränkung, die schnell wieder ungeschehen gemacht werden soll. Viele Frauen – vor allem Mütter mit Fehl- und Totgeburten – machen sich zunächst zu Komplizen der Todesverleugnung in den Kliniken.

Sie fühlen sich schuldbewusst, weil sie als Trägerinnen des Lebens versagt haben. Sie sind fügsam und stellen keine Fragen. Sie wollen schnell und möglichst schmerzlos den Tod im eigenen Leib loswerden, um ihn zu vergessen.

Die quälenden Fragen, die Selbstvorwürfe, die Schuldgefühle, die Trauer kommen erst später, zu einem Zeitpunkt, wo es meist zu spät ist. Was war mit meinem Kind? Was ist mit ihm geschehen? Liegt es auf dem Klinikmüll? Ist es in der Pathologie? Den Variationen der Alpträume um einen Tod am Anfang des Lebens sind keine Grenzen gesetzt.

In einer Zeit, in der gerne vom »Schutz und von der Würde des ungeborenen Lebens« die Rede ist, bilden trauerfeindliche Bestattungsgesetze einen krassen Gegensatz. Wenn Frauen nach einer glücklosen Schwangerschaft rechtzeitig zum Fragen ermutigt würden, wenn Frauen auch diesen verlorenen Kindern einen eigenen Grabplatz geben dürften, könnten sie ihre gestorbene Hoffnung besser betrauern und begraben.“

Jahrbuch Nr. 8: „Tod am Anfang des Lebens“

Über 100 Aufsätze, Dokumentationen, Trauer- und Lebensgeschichten und Gedichte zum Thema „Frühtod“ auf 230 Seiten im Format 24cm x 21cm mit vielen Abbildungen s/w

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