| “Die Seele existiert ja…” |
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| Mittwoch, 28. November 2007 | |
Rückblick auf die Lesung „Filippas Engel“ am 19.9.2007von Petra Schafstedde„...noch weiß ich nicht, wann ich gehe. Gehe ich bald, so wisst, dass ich euch alle liebe und sicher unendlich vermissen werde… Schafft ihr es gemeinsam für mich, mit mir. Ich bin da, wo ihr, meine Lieben, sein werdet. Und bis wir uns wiedersehen, behüte euch Gott…“ Diese Zeilen schreibt Filippa, Prinzessin zu Sayn-Wittgenstein am 2.Juni 1998 in ihr Tagebuch, das ihre Eltern im Sinne Filippas in Teilen veröffentlicht haben. Nach Filippas Tod –sie starb drei Jahre später, wenige Monate nach ihrer Hochzeit, in Cornwall bei einem Autounfall im Alter von 21 Jahren, berühren die Worte tief.
![]() Fürstin Gabriela zu Sayn-Wittgenstein In der Selbstverständlichkeit und der sicheren Betonung, mit der jedes Wort Filippas anschaulich zu hören ist, wird eine große Vertrautheit und Nähe zu ihrer Tochter spürbar. Gabriela zu Sayn-Wittgenstein liest die heiteren, die alltäglichen,die witzigen Stellen, die Filippas Erfahrungen mit den Alltagsbanalitäten wiedergeben, mit der Heiterkeit, die die humorvolle Haltung ihrer geliebten „Fipsi“ wiederspiegelt. Im Blick auf die WG in Florenz: „Ich bin die Putze”, oder am 15.1.1998: „Oft höre ich auch zu, als Seelenklo…“ Sie liest aber auch die Stellen, die Filippas Entwicklung in der Auseinandersetzung mit den tiefen Fragen des Lebens und auch die Frage nach dem Tod berühren: „Ich will tun, was Gott mit mir vorhat…“, oder am 23.1.1998: “Wenn ich eine Person liebe, dann doch nicht nur, bis er stirbt…” Die Auswahl der Stellen und die Art vorzulesen macht auch den Respekt vor der Einzigartigkeit des verstorbenen Kindes deutlich. Filippa kommt zu Wort, und es wird spürbar, dass sie eine besondere Gabe hatte, alle Dinge ihres jungen Lebens leidenschaftlich zu erleben und dass sie sowohl Zweifel wie auch tiefes Vertrauen ausdrücken konnte mit einer sehr natürlichen Lockerheit. Deutlich wird auch, welche Wurzeln diese Hingabe an das Leben hatte: die Tradition eines Glaubens, der gelebt und vermittelt wurde in der Geborgenheit einer behütenden Familie. Im unbekümmerten jungen Sprachduktus der heranwachsenden Filippa ist es so manche „message“, die die Zuhörer mitnehmen, die sich auf den Weg gemacht haben und damit der Einladung des Vereins im Rahmen der Kulturwochen gefolgt sind. Für uns verwaiste Eltern ist die Veranstaltung eine schmerzliche und zugleich stärkende Aufforderung. Mit der Lesung und mit dem Bericht über die Stiftung“ Filippas Engel“, die Filippas Vater, Fürst Alexander zu Sayn-Wittgenstein vorstellt, steht ein Vermächtnis im Raum. Die Eltern verleihen ihrer Tochter stellvertretend eine Stimme. Sie geben und leben weiter, was sie als Erfahrung mit ihrer Tochter erlebt haben und was sie mit ihr verbinden. Sie handeln in ihrem Sinne und unterstützen mit ihrer Stiftung außergewöhnliche junge Menschen in Europa, die das tun, was Filippa am Herzen lag: etwas zu bewegen, sich einzusetzen und seine eigenen Fähigkeiten einzusetzen, um etwas Gutes für andere zu gestalten. So gesehen war es eine sehr lebendige Begegnung mit Filippa, die uns inspiriert und stärkt. Pastorin Heubach-Grundlach segnet die Menschen in der St. Johanniskirche zum Abschied und nach dem leise gemeinsam gesungenen Lied sind wir auf unserem Heimweg gewiss: In uns ist die dankbare Erinnerung an unsere Kinder wirksam.
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Filippas Engel