Home arrow Seitenblicke arrow Gedichte arrow Annedore Siewert: Die fehlende Sonne
Annedore Siewert: Die fehlende Sonne PDF E-Mail
Sonntag, 8. Juli 2007
sonne.jpg
 
 
Annedore Siewert:

Die fehlende Sonne

Der Morgen ist kühl, mir ist kühl,
der Himmel ist bedeckt und grau,
die Luft ist schwer und feucht.
Mir ist kalt, ringsumher herrscht Stille.
Die Blätter an den Bäumen sind saftig grün,
sind hell und dunkel,
bewegen sich kaum merkbar im Winde.
Alles ist stimmig in der Natur,
nur nicht in mir.
Kastanien tragen schon ihre Kerzen
zur Schau, kerzengerade.
Zwischen den Bäumen
Mit ihren kräftigen Stämmen
schimmert ein Teil vom See,
schimmert grau-blau
und ein Stück vom Rapsfeld ist zu sehen,
leuchtet satt-gelb.
Ich höre Vogelgezwitscher,
unterschiedliche Melodien
klingen an mein Ohr,
auch das trockene Gekrächze
der schwarzen Raben.
In der Ferne ruft der Kuckuck,
ruft viele Male, ruft immer wieder.
Es blüht und zwitschert,
es grünt und duftet.
Alles ist erwacht zum neuen Leben.
Mir ist kalt, mir fehlt die Sonne,
 
Meine Sonne fehlt mir.