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Sonntag, 1. Juli 2007

TrauerDie Trauer

Wenn ein Kind gestorben ist, gerät das gesamte Familiengefüge durcheinander. So wie jeder einzelne nach neuen Lebensperspektiven sucht, so müssen auch die Beziehungen untereinander neu wahrgenommen und gestaltet werden. Trauernde Mütter, Väter und Geschwister gehen dabei ihren individuellen Weg. Sie erfahren in einer auf stetes Funktionieren ausgerichteten Umwelt, wie schwer es ist, dem wichtigen Lebensprozess der Trauer Raum zu geben. Aber: Eine verhinderte Klage behindert das Leben (H.Pera). Klage und Trauer um das verstorbene Kind sind Ausdruck der Liebe, die in der Erinnerung lebendig bleiben kann. Das ist eine Möglichkeit, ohne das geliebte Kind weiterzuleben und doch mit ihm verbunden zu bleiben.

Die Begleitung

In der schwierigen Zeit der Trauer brauchen Hinterbliebene einfühlsames und verständnisvolles Zuhören, besondere Ansprache, Wärme und Geborgenheit. Die Trauerbegleiterinnen des Vereins Verwaiste Eltern Hamburg e.V. bieten den Betroffenen die Akzeptanz dieser Grundbedürfnisse und geben ihnen Halt und Begleitung bei den Gruppenabenden und bei mehrtägigen Trauerseminaren. Sie unterstützen und beraten bei der Suche nach Neuorientierung mit weiterführenden Informationen.

Die GruppenFreundeskreis

Im geschützten Raum von kleinen begleiteten Gruppen treffen sich Trauernde, um sich mit der eigenen und der Trauer anderer auseinanderzusetzen. Zu dem Verein Verwaiste Eltern Hamburg e.V. können Väter, Mütter, Geschwister und Großeltern kommen, die um ein Kind, um Schwester, Bruder oder Enkelkind trauern, unabhängig von der Todesursache. Ihre Kinder/Geschwister sind gestorben durch Totgeburt, Tod im Säuglingsalter, Krankheit, Verkehrsunfall oder andere Unfälle, Drogen, Suizid oder Gewaltverbrechen. Die Teilnahme ist unabhängig von Alter, Familienstand, Konfession oder Wohnort. In den Gruppen dürfen die wechselnden Gefühle von Verunsicherung und Traurigkeit, von Angst und Wut, von Schuldgefühlen und Verzweiflung gezeigt und gelebt werden. Diese Auswirkungen des Verlustes finden durch Gespräche und gemeinsames Tun ebenso Raum wie die Erinnerung und die Liebe zum verstorbenen Kind. Die Gruppenteilnehmer bilden untereinander ein tragendes Netz von Kontakten und Beziehungen und erleben Entlastung bei der Entdeckung, mit ihren Gefühlen und Erfahrungen nicht allein zu sein. In zwanzig laufenden Gruppen stehen den Trauernden ausgebildete TrauerbegleiterInnen (Honorarkräfte des Vereins) zur Seite.

Der Hintergrund

 The Compassionate Friends (Mitfühlende Freunde) ist seit 1969 weltweit der Name einer von Coventry/England ausgehenden beeindruckenden Entwicklung von Selbsthilfegruppen für trauernde Eltern im angloamerikanischen Raum. Seit Beginn der 80er Jahre sind in Deutschland über 250 Gruppen und mehrere Vereine entstanden, zu deren bundesweiter Vernetzung wesentliche Impulse von Hamburg ausgingen, wo es den gemeinnützigen Verein seit 1990 gibt.