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Die Trauer
Wenn ein Kind gestorben ist, gerät das gesamte Familiengefüge
durcheinander. So wie jeder einzelne nach neuen Lebensperspektiven
sucht, so müssen auch die Beziehungen untereinander neu wahrgenommen
und gestaltet werden. Trauernde Mütter, Väter und Geschwister gehen
dabei ihren individuellen Weg. Sie erfahren in einer auf stetes
Funktionieren ausgerichteten Umwelt, wie schwer es ist, dem wichtigen
Lebensprozess der Trauer Raum zu geben. Aber: Eine verhinderte Klage
behindert das Leben (H.Pera). Klage und Trauer um das verstorbene Kind
sind Ausdruck der Liebe, die in der Erinnerung lebendig bleiben kann.
Das ist eine Möglichkeit, ohne das geliebte Kind weiterzuleben und doch
mit ihm verbunden zu bleiben.
Die Begleitung
In der schwierigen Zeit der Trauer brauchen Hinterbliebene einfühlsames
und verständnisvolles Zuhören, besondere Ansprache, Wärme und
Geborgenheit. Die Trauerbegleiterinnen des Vereins Verwaiste Eltern
Hamburg e.V. bieten den Betroffenen die Akzeptanz dieser
Grundbedürfnisse und geben ihnen Halt und Begleitung bei den
Gruppenabenden und bei mehrtägigen Trauerseminaren. Sie unterstützen
und beraten bei der Suche nach Neuorientierung mit weiterführenden
Informationen.
Die Gruppen
Im geschützten Raum von kleinen begleiteten Gruppen treffen sich
Trauernde, um sich mit der eigenen und der Trauer anderer
auseinanderzusetzen. Zu dem Verein Verwaiste Eltern Hamburg e.V. können
Väter, Mütter, Geschwister und Großeltern kommen, die um ein Kind, um
Schwester, Bruder oder Enkelkind trauern, unabhängig von der
Todesursache. Ihre Kinder/Geschwister sind gestorben durch Totgeburt,
Tod im Säuglingsalter, Krankheit, Verkehrsunfall oder andere Unfälle,
Drogen, Suizid oder Gewaltverbrechen. Die Teilnahme ist unabhängig von
Alter, Familienstand, Konfession oder Wohnort. In den Gruppen dürfen
die wechselnden Gefühle von Verunsicherung und Traurigkeit, von Angst
und Wut, von Schuldgefühlen und Verzweiflung gezeigt und gelebt werden.
Diese Auswirkungen des Verlustes finden durch Gespräche und gemeinsames
Tun ebenso Raum wie die Erinnerung und die Liebe zum verstorbenen Kind.
Die Gruppenteilnehmer bilden untereinander ein tragendes Netz von
Kontakten und Beziehungen und erleben Entlastung bei der Entdeckung,
mit ihren Gefühlen und Erfahrungen nicht allein zu sein. In zwanzig
laufenden Gruppen stehen den Trauernden ausgebildete
TrauerbegleiterInnen (Honorarkräfte des Vereins) zur Seite.
Der Hintergrund
The Compassionate Friends (Mitfühlende Freunde) ist seit 1969 weltweit
der Name einer von Coventry/England ausgehenden beeindruckenden
Entwicklung von Selbsthilfegruppen für trauernde Eltern im
angloamerikanischen Raum. Seit Beginn der 80er Jahre sind in
Deutschland über 250 Gruppen und mehrere Vereine entstanden, zu deren
bundesweiter Vernetzung wesentliche Impulse von Hamburg ausgingen, wo
es den gemeinnützigen Verein seit 1990 gibt.
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