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Ute Leser: Trauer einer Mutter PDF E-Mail
Samstag, 14. Juni 2008
Mutter mit Taube
Versteinert fällt
ihr Blick
auf das Wundmal
ihres  Lebens.
Träumt von Licht
und Auferstehung.
Atmet totenstille Hoffnung
und fällt doch wieder
haltlos in die Erinnerung
ihrer zerbrochenen Zukunft
zurück.

Gräbt ihr
wundes Gesicht
in die kalte Erde.
Sucht verzweifelt
nach Lebenswärme.
Entzündet betend
ein heilendes Licht.
Findet jedoch
in ihrer Trostlosigkeit
nur ein Bruchstück
ihrer eigenen Seele
die mit ihrem geliebten Kind
hier lebendig begraben ist.

Pflanzt Gefühle
unteilbarer Nähe
als Zeichen
der Unzertrennlichkeit.
Tränkt sie
in Tränen
grenzenloser Liebe.
Und verschmilzt  
mit ihrer Sehnsucht
nach Verschmelzung
zwischen Raum und Zeit.

Trinkt
aus der Quelle
ihrer Erinnerung.
Schöpft
lebendigen Glauben
an die Unsterblichkeit
der Seele.
Der ihr das Gefühl
des Todes nimmt. 
Geht in Gedanken
noch einmal
den leuchtenden 
Weg zu zweit
und wird in ihrer  
ungebrochenen Liebe
eins
mit ihrem
vorausgegangenen
unsterblichen Kind.



© Ute Leser