| Dies ist keine heile Welt |
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| Dienstag, 25. März 2008 | |
![]() Über das Trauerseminar am 23. bis 25. November 2007
von
Anja Wiese Dies ist keine heile Welt. Das haben alle Familien, die an diesem Wochenende in Bad Bevensen gewesen sind, leidvoll erfahren – durch den Tod des Kindes oder Enkelkindes – durch den Tod von Schwester oder Bruder. Mit diesen tiefen Lebensbrüchen trafen sich die trauernden Familien zu den Tagen der Begegnung, der Stärkung und Ermutigung, um einen zuversichtlichen Blick auf die vor ihnen liegenden Trauer-und Lebenswege zu entwickeln. Eingeladen hatten wir mit der Abbildung der Himmelsscheibe von Nebra auf unserem Seminarprogramm. Die Himmelsscheibe aus der Bronzezeit vereint und verbindet die Elemente Erde, Luft und die Gestirne, den Mond, die Sonne, die Sterne… Nach dem Tod eines geliebten Menschen leben die auf der Erde Zurückgeblieben oft von der Hoffnung, dass immer wieder eine Verbindung zwischen Himmel und Erde entsteht. Die Sehnsucht entwickelt eigene innere Bilder von Boten und Botschaften aus der anderen Welt. Diese für sich zu entdecken, hilft, das Vergangene zu würdigen und das Zukünftige zu begrüßen. 81 Mütter, Väter und Kinder wurden von einem 13köpfigen Team und von 6 Hospitanten an dem Wochenende in Gesprächsrunden und beim kreativen Gestalten angeleitet und begleitet. In einer Kindergruppe wurde unter anderem zu „Kraftengeln“ gearbeitet, die den trauernden Kindern Stärke für ihre Zukunft geben können. Jaqueline, 12 Jahre, schaute danach ihre beiden Gruppenleiterinnen an und sagte: „Und Ihr seid Engelshelfer!“ Minou, 10 Jahre, hatte ein abstraktes Familienbild gemalt – 3 grüne Kugeln für Mutter, Vater und für sie selber und eine goldene Kugel für ihren verstorbenen Bruder. Sie kommentierte und betitelte ihr Bild folgendermaßen: „ Drei Menschen und vier Seelen…“ Mit beeindruckender Weisheit integrieren Kinder den Tod in das Leben, wenn ihnen ein geschützter Rahmen und eine behutsame Anleitung dazu gegeben werden. Dies ist keine heile Welt. Und dennoch… im Sinne des Zuhörens und Gehörtwerdens, der einfühlsamen Begegnungen und der erinnernden Liebe konnten die Familien an diesem Wochenende auch Trost und Stärkung für ihren Alltag mit auf den Weg nehmen, ebenso wie die Erfahrung einer tragenden und solidarischen Gemeinschaft. |


