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Nachrichten
Neu gegründete Gesprächsgruppe PDF E-Mail
Montag, 11. Mai 2009

Darf ich auch zu den Verwaisten Eltern kommen, obwohl mein verstorbener Sohn, meine verstorbene Tochter 30 Jahre alt werden durfte und somit ja kein Kind mehr war?

Selbstverständlich dürfen Sie! Unser Kind bleibt immer unser Kind, unabhängig von seinem Alter.

Seit November bietet der Verein Müttern und Vätern die Möglichkeit, sich mit anderen Eltern zu treffen und auszutauschen, deren Kinder als Erwachsene verstorben sind. Meistens lebten ihre Kinder bereits in eigenen Wohnungen, manchmal in weit entfernten Städten, hatten eigene Familien gegründet oder sind kinderlos gestorben, vielleicht sogar schwanger.

Trauerbegleiterin Andrea Riek bietet Raum und Zeit, über die verstorbenen Töchter und Söhne zu sprechen und gibt Anregungen, der Trauer kreativ Ausdruck zu verleihen. In der Gemeinschaft wird gesprochen, geschwiegen, geweint oder gelacht. Die Gruppe kann das Gefühl vermitteln, das einerseits nichts zu schwer ist, als das wir es nicht zeigen dürften und anderseits, das sie uns trägt.

Die Gesprächsgruppe der Mütter und Väter, deren Kinder als Erwachsene verstorben sind, trifft sich jeden 2. und 4. Montag von 16:00 Uhr bis 18:00 Uhr in der Bogenstaße 26.


Anmeldung im Sekretariat unter 040 – 45 000 914.


 
Bogenstraße 26 - der lange Abschied von den Kindern PDF E-Mail
Sonntag, 20. April 2008

Sie erzählen vom letzten Telefonat mit Katja oder vom letzten Weihnachtsgeschenk für Jewgeni. Sie teilen ihren Hass, ihren Schmerz und ihre Trauer. Für ein paar Stunden nur. Aber es genügt, um zu wissen: Sie sind nicht allein auf diesem Weg, der kein Ende hat.

Erschienen im Hamburger Abendblatt am 15.04.2008. Von Miriam Opresnik

Früh am Morgen machen sie sich auf den Weg. Sie nehmen ein paar Fotos von ihren Kindern mit, um sie den anderen zu zeigen. Dann fahren sie los, nach Hamburg. Petra Sigel aus Potsdam, Petra Eder aus Wolfshagen im Harz, Irina und Andrej Kwapp aus Plön. Jeder von ihnen kommt aus einer anderen Richtung und hat doch den gleichen Weg vor sich. Wie so oft in den vergangenen Jahren. Den Weg der Erinnerung, des Abschieds. Den Weg der Trauer. Unendlich schwer, unendlich lang. "Der Weg der Trauer wird wohl nie zu Ende sein. Denn was soll das sein, das Ende der Trauer? Wenn uns das Herz nicht mehr schmerzt in der Erinnerung?", fragt Petra Sigel und drückt damit aus, was sie alle denken: Petra Eder (45), deren elfjährige Tochter Lisa im Türkei-Urlaub entführt, vergewaltigt und ermordet wurde. Irina (47) und Andrej Kwapp (49), deren 21 Jahre alter Sohn Jewgeni nach einem Discobesuch zu Tode geprügelt wurde. Und Petra Sigel (48) selbst, deren 20-jährige Tochter Katja von ihrem Freund stranguliert und getötet wurde.

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