Beratung, Begleitung und Kontakt für trauernde Eltern und Kinder

 

Erfahrungsberichte

Erfahrungsbericht einer Mutter über eine Abschiedsfeier auf dem Friedhof Öjendorf, Hamburg

Abschied nehmen am Grab
Das letzte Geleit geben … eine Jahrhunderte alte Tradition. Auch für die Eltern der still geborenen Kinder ist eine Beisetzung ein wichtiger Teil des Trauerprozesses.
Sie haben das Recht darauf, Ihr Kind zu bestatten. Suchen Sie sich nach der Geburt einen Ort zur Beerdigung des Kindes. Solange verbleibt Ihr Baby im Krankenhaus.
Die gesetzlichen Bestimmungen richten sich nach dem Gewicht des Babys. Ab 500g besteht eine Bestattungspflicht, darunter besteht das Recht auf Bestattung.

Der Trauer einen Ort geben
Sich mit der Bestattung des eigenen Kindes beschäftigen zu müssen, ist sehr schmerzhaft und schwer. Für die Entscheidung, wo man es und in welchem Rahmen beisetzt, sollte man sich deshalb Zeit nehmen. Soll es ein Einzelgrab, das Familiengrab bei den Großeltern, oder ein Ort wie der Friedwald sein?

„Von Anfang an war uns klar, dass wir unser Kind bestatten möchten, aber der richtige Ort und Rahmen noch nicht. Erst dachten wir an eine Seebestattung. So wie unser Baby in unser Leben geflogen ist, so fliegt es auch weiter... Später haben wir aber gemerkt, das wir einen Ort zum trauern brauchen und auch nicht alleine Abschied nehmen möchten. Das unser Kind nicht allein, sondern mit vielen anderen Kleinen die Ruhestätte teilt, war für uns besonders wichtig.“


Der Friedhof Öjendorf hat dem Verein für verwaiste Eltern eine Grabstelle für still geborene Kinder zur Verfügung gestellt. Seit 2005 werden hier die Kinder beigesetzt.


„Der Öjendorfer Friedhof hat etwas von einem Park und so ist auch die Gedenkstelle geschützt von einem großen Baum und vielen Büschen. Dort steht auch eine Frauenstatue, scheinbar schaut sie schützend auf unsere Kinder. Davor ist eine Fläche mit Jahressteinen, sie sind umgeben von den Andenken der Eltern. Gedenksteine, Laternen, Blumen, Engel und Spielzeug. Der Ort ist bunt und wenn der Wind aufkommt, drehen sich die vielen Windräder. Am Anfang fand ich den Ort zu bunt, mittlerweile hat auch dies etwas Tröstliches. In der Nähe steht eine Bank, ein Ort zum Verweilen und Gedenken.“

Die Trauerfeier
Abschied nehmen mit einem Ritual, ist ein hilfreicher und wichtiger Teil des Trauerprozesses und auch des Loslassens. Manche Eltern berichten, dass ihre Seele nach der Trauerfeier ein bisschen mehr Ruhe gefunden hat.
Seit 2005 werden vier Mal im Jahr die Kinder gemeinsam in einer Urne beigesetzt.
Die Trauerfeiern veranstalten die Trauerbegleiterinnen des Vereins zusammen mit einer Krankenhaus-Seelsorgerin und dem Öjendorfer Friedhof. Überkonfessionell wird gemeinsam der Abschied begangen: mit Musik und Stille, mit Texten, die der Trauer Ausdruck geben, mit Singen und Beten.
Im Trauerraum auf dem Öjendorfer Friedhof steht die Urne, von einem Moseskorb umgeben, in dem alle Kinder gemeinsam sind. Die Eltern können Blumen daneben legen und dürfen den Korb später auch selbst zum Grab tragen.

„Am Tag der Abschiedsfeier fahren wir mit Briefen und Blumen zum Friedhof. Beim Eintreten in den Trauerraum ist der Anblick der Urne, umgeben von einem Moseskorb, einer der schwersten Momente. Wir legen unsere Blumen daneben. Wir sind die Ersten dort, der Raum füllt sich langsam mit vielen trauernden Eltern, wir sind nicht allein, uns verbinden die verlorenen Kinder und die verlorene Hoffnung auf Familienglück. Und doch ist die Situation intim genug - jeder trauert in Stille um sein Kind. Die Musik und Texte sind schön ausgewählt, der Rahmen würdevoll und tröstend. Kleine Karten und Umschläge werden herumgereicht, alle Anwesenden können noch einen Brief schreiben, der später den Kindern ins Grab mitgegeben wird. Viele Tränen fließen im Zwiegespräch mit dem Kind. Tröstende Worte finden - für das Kind, von dem wir Abschied nehmen müssen …
Wir gehen zum Grab und auch wir tragen den Sarg zu zweit ein Stück. Ein ganz starker und wichtiger Moment, wir tragen alle Kinder der Eltern hinter uns und natürlich unser Kleines mit einer letzten fürsorglichen Geste… Am Grab spricht die Seelsorgerin und alle treten nacheinander vor und verabschieden sich. Nach der Trauerfeier sind wir sehr erschöpft vom vielen Weinen, haben aber auch das Gefühl, unser Kind an dem richtigen Ort zu wissen und eine Stelle zu haben, wo wir besonders intensiv gedenken können. Wir legen einen Stein mit dem Namen unseres Kindes auf die Gedenkstätte. Seitdem waren wir öfter am Grab, es tröstet, dort zu sein, bei den vielen kleinen Seelen, die gemeinsam mit unserem Kind dort oder wo auch immer sind.“


Abschiedsfeier auf dem Friedhof Öjendorf, Hamburg
von Anja Wiese
Aus dem kleinen Kindergrab steigen Töne einer Babyspieluhr zu uns, die wir um das offene Grab herum stehen, auf: "Somewhere over the Rainbow…"
Atemraubende Stille der Trauergäste. Die Töne der Spieluhr werden immer leiser und langsamer, bis sie schließlich ganz verklungen sind. Das Weinen der Mutter dagegen wird immer lauter, bis sie sagt: “Jetzt ist es gut so. Diese Spieluhr wollte ich einfach nicht mehr zuhause haben. Ich hätte es nicht ausgehalten, sie zu hören“ und sich die Nase putzt.
Solche Szenen berühren uns tief. Sie berühren Pastorin Ute Gothmann-Kollath, Krankenhausseelsorgerin in der Asklepios Klinik Wandsbek, Psychologin Elisabeth Korgiel, Trauerbegleiterin bei den Verwaisten Eltern und mich. Unsere 13. Abschiedsfeier für die Allerkleinsten, deren gemeinsame Asche in einer Urne gesammelt und bestattet wird, hatten wir gerade durchgeführt - die Mütter, Väter, Geschwister, Großeltern und Freunde durch die Abschiedsstunde geführt, die kleinen Toten gesegnet, für sie und für die, die um sie trauern, gebetet…Sie, die so zart und zerbrechlich gewesen sind, flügelleicht…schmetterlingsleicht…- verwandelt jetzt – wie verwandelt? Was stellen sich Eltern vor, wenn sie an ihr verstorbenes Kind denken? Welche Hoffnungsbilder tragen sie in sich für ihre Allerkleinsten? Von solchen Gedanken hatten wir uns in der Vorbereitung wieder leiten lassen, um ein Symbol für die Trauerfeier zu finden und um dann daraus ein kleines Ritual zu entwickeln. Wir wissen, wie bedeutsam Symbole und Bilder sind für die, die kein Bild haben von ihrem Kind und „sich ein Bild machen“ müssen. Das Symbol Schmetterling begleitete dieses Mal den Abschied von den Kindern.
Die Urne mit der Asche hatten wir – wie immer – liebevoll in einen kleinen Babysarg aus Korbgeflecht gebettet und mit Seidenbändern geschmückt. An den Bändern konnten Mütter und Väter abwechselnd ihre Kinder auf dem Weg zum Grab tragen – ein letztes Mal, oft ein einziges Mal ihre Kinder tragen, die sie so gern durchs Leben getragen hätten…
Besonders der Text „Flieg, Schmetterling, flieg“ , den wir zum Abschluss am Grab gelesen haben, hat große positive Resonanz in den Eltern ausgelöst. Zusammen mit den von uns gebastelten zarten Schmetterlingen, die wir den Trauergästen überreichten, ist das Gedicht für die Eltern eine kostbare Erinnerung an ihre kostbaren Kinder.

Ansprechpartnerin

Elisabeth Korgiel
Tel: 040 - 450 009 15
» E-Mail-Kontakt


 

Termine

19. Mai 2012 auf dem Rathausmarkt
Hits4Kids
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19. Mai 2012 15:00 – 18:00 Uhr
Freies Malen mit Acrylfarben nach Musik
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23. Mai 2012 20:00 Uhr
Junges Schauspielhaus „Wir ohne uns“
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30. Mai 2012
Abschiedsfeier für still geborene Kinder auf dem Friedhof Öjendorf
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29. August 2012
Abschiedsfeier für still geborene Kinder auf dem Friedhof Öjendorf
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31. August bis 02. September 2012
Jugendwochenende
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18. November 2012 - 11:00 Uhr - Hamburger Kammerspiele
Benefizlesung mit Gustav-Peter Wöhler
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23. – 25. November 2012
Trauerseminar mit Kindern
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28. November 2012
Abschiedsfeier für still geborene Kinder auf dem Friedhof Öjendorf
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09. Dezember 2012
Weltgedenkgottesdienst
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